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Alle Jahre wieder: Ja is denn scho wieder… Pride Saison?

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Alle Jahre wieder: Ja is denn scho wieder… Pride Saison?

… werden sich die Marketingverantwortlichen diverser Firmen denken. So gibt es dann neben den ganz „normalen“ Produkten die „Pride Edition“ von Unterwäsche, Schuhen, Alkohol und Pflegeprodukten und vielem mehr.

Alles nur, um die Solidarität mit dem Geldbeutel der interessanten Zielgruppe der queeren DINKS zu zeigen. Doch was sind DINKS? Im Marketing Speech firmieren wir als Personen mit Double Income – No Kids. Da ist viel zu holen.

Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft weiss hierzu: „Jeder zweite Reiche wohnt mit einem Partner in einem Haushalt ohne Kinder, ein Viertel davon sind DINKs oder DINKYs, also Doppelverdiener, die nie Kinder hatten oder noch keine haben – auf Englisch: Double Income, No Kids (Yet). Wenn man dann noch die Singles zu dieser Gruppe hinzurechnet, so leben heutzutage in acht der zehn einkommensstärksten Haushalte keine Kinder. Das war nicht immer so. Vor einem Vierteljahrhundert lebte noch fast jeder dritte Topverdiener in einem Haushalt mit Nachwuchs.“

Das haben viele Firmen für sich entdeckt. Sie verkaufen Shirts mit der Aufschrift Equality oder Love Is Love oder United, alles LGBT-konform in Regenbogenfarben und queeren Symbolen, und selbst der Erlös dieser Kollektion wird Gay-Organisationen wie Stonewall oder den Vereinten Nationen gespendet, damit sich diese weiterhin für die Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender einsetzen können. Doch, die Grosszahl dieser Kleider und Accessoires werden ausgerechnet in Ländern produziert, wo LGBTs verfolgt werden, wo sie massive Diskriminierung erfahren oder wo Homosexualität gar kriminalisiert und mehrjährige Haftstrafen mit sich bringen kann. Sei es H&M, Target, Primark oder etwa auch Levi Strauss, sie alle beziehen ihre Kollektionen aus solchen Ländern.

Daher überrascht es nicht, dass nun auch Kritik aufkommt: Ein Love Is Love-Tshirt ist zwar schön und trägt auch viel zur Sichtbarkeit der Community in der Öffentlichkeit bei, doch dieser Slogan zählt leider gerade in jenen Ländern, wo es produziert wird, weniger als Nichts. Dieses Shirt etwa stammt von Primark und wird in Myanmar hergestellt. Der Fashionriese rechtfertig sich damit, dass man 20 Prozent des Verkaufs an die grösste LGBT-Organisation Europas, Stonewall, spende. Von der Organisation selber heisst es dazu, dass viele internationale Konzerne in Ländern tätig sind, welche in Bezug auf LGBTs schwierig seien. Die Spenden von diesen Firmen würden aber helfen, dass man die Arbeit gerade in diesen Staaten unterstützen könne.

Nicht viel anderes sieht es bei H&M aus: Mit grossen Fanfaren kündigte der Riese im Jahr 2018 seine erste Pride-Kollektion an, und zehn Prozent wurden Free & Equal von den Vereinten Nationen gespendet, so sagte man. Diese Kampagne setzt sich weltweit für eine faire und gleichgestellte Behandlung aller Menschen ein, egal wessen sexueller Orientierung oder Geschlechteridentität jemand ist. Produziert werden die Stücke aber in Indien und Bangladesch, sowie in China und der Türkei. In den ersten beiden Staaten wird Homosexualität kriminalisiert, und in den beiden Anderen werden Schwule, Lesben und Transgender immer wieder ihrer Grundrechte beraubt.

Bei Levi Strauss ist es zwar gleich, doch der Konzern hat trotzdem einen leicht anderen Weg gewählt. Die Pride Merchandise werden zwar ebenfalls in den Ländern China, Indien, Madagaskar und Mexiko produziert, doch das Unternehmen achtet auch darauf, dass die Spenden an Organisationen gehen, welche der LGBT-Community und deren Projekte in eben diesen Ländern zu gute kommen. Levi Strauss gehört zudem zu den Pionieren, was solche Kollektionen angeht, und zudem hat die Firma auch Arbeitsplatz-Richtlinien an die Herstellerfirmen in diesen Ländern herausgeben, welche zwingend eingehalten werden müssen.

Immer mehr Firmen lancieren jeweils für den Juni, den Pride Month, neue Kollktionen, welche die Sichtbarkeit der Community im Alltag fördern sollen. Neben den genannten sind es zudem auch Sportartikelhersteller wie Adidas, Nike und Puma, oder auch Converse und viele andere mehr…

Also Ihr Topverdiener*innen im Friseurgewerbe, der Pflege, der Gastronomie und im sonstigen Dienstleistungsbereich [Achtung Klischee!] Augen auf beim shoppen der hübschen Dinge im Raunbow Design.

XOXO Eure Aggi

Verwendete Text und Bildquellen: https://gay.ch und https://www.iwd.de/

Ebenso zum Tnema Lesenswert: https://www.berliner-kurier.de Berliner Drag Queen rechnet mit der Werbe-Industrie ab.

 

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